Industriekultur-Management

UdS | Philosophische Fakultät

Gemeinsame Einrichtung: Bachelor-Optionalbereich

 

Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig

CEO | Generaldirektor des Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Präsident ERIH – European Route of Industrial Heritage

Meinrad.Grewenig@I-Kultur.net | www.I-Kultur.net

 

Industriekultur-Management

Begriff - Wurzeln – Zukunftsentwicklung | LV-Nr. 113686

 

Semester: 1. Oktober 2018 bis 31. März 2019

Lehrveranstaltung (LV): 15. Oktober 2017 bis 8. Februar 2019

Vorbesprechung: Mo 15. Oktober 2018 | 16 h c.t. | LV: montags 16 h c.t

LV: UdS | Gebäude B3_1-Hörsaal III 0.12) und im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

 

Industriekultur-Management hat in den Spitzeninstituten den Sprung vom operativen Indoor-Kulturmanagement zur Steuerung großer Industriekultur-landschaften inzwischen erfolgreich absolviert. Neben den klassischen Feldern des Kulturmanagements: Finanzsteuerung, Organisationssteuerung, Kommunikationssteuerung und Themensteuerung kamen mit der immer bedeutender werdenden Industriekultur neue Steuerungsbereiche, wie der Dialog zwischen Natur und Industriekultur, Besuchermobilisierung kulturferner Nutzer, Kulturwirtschaft, die Entwicklung von Third Places unserer Kultur sowie das Cross-Over-Themen Design und die Konturierung emotionaler Kulturberührung hinzu. Industriekultur ist das Kulturphänomen des ausgehenden 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts. Inzwischen wird Industriekultur als die größte Kulturfantasie der Zukunft begriffen. Die Europäische Kulturhauptstadt „Luxemburg und Großregion 2007“ besaß mit dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte einen industriekulturellen Schwerpunkt. Die Europäische Kulturhauptstadt „Ruhr 2010“ stellte Industriekultur mit dem Welterbe Zeche Zollverein ins Zentrum. ERIH - die Europäische Route der Industriekultur ist inzwischen mit ihren 1780 Standorten in allen europäischen Ländern das größte Kulturnetzwerk in Europa. In der Vorstellung von Industriekultur vereinen sich Positionen der Denkmalpflege, die Gedächtniskultur der Museen und die inszenatorischen Kulturen des Theaters und der Festivals. Industriekultur integriert die Welt der technischen Kultur mit ihrem Innovationspotential und die Welt der Kunst mit ihrer Kreativität. Industriekultur meint nach herkömmlicher Vorstellung: Sanierung und In-Wertsetzung industriekultureller Denkmäler, die arbeits- und sozialhistorische Aufarbeitung der Denkmalorte und ihrer Geschichte sowie die technikgeschichtliche Erklärung der Aggregate und Maschinen für die Gegenwart. Heute wissen wir, dass Industriekultur die integrale Kulturplattform des 21. Jahrhunderts ist. Kulturkritisch repräsentieren die Orte der Industriekultur, erstmals in der abendländischen Kulturgeschichte, Bauten, die nicht alleine als Kunst- und Kulturgebilde oder im Zusammenhang mit Kultischem errichtet wurden. Industriekultur bezieht sich auf Orte, deren Gebäude und Anlagen im Zusammenhang mit menschlicher Arbeit und industrieller Produktion entstanden sind. Heute werden diese als Kulturorte wahrgenommen und ihre Ästhetik wirkt prägend für die Zukunft. Industriekultur wurde zum Synonym Europas und liefert einen bedeutenden Beitrag zur Fundamentierung unserer modernen europäischen Zivilisation. Die Industriekultur kann als Mutter unserer gegenwärtigen Kultur angesprochen werden.
Die Lehrveranstaltung thematisiert: „Was ist Industriekultur? Wo liegen die Chancen dieser Industriekultur? Wie sind Industriekulturlandschaften zu steuern? Welches Rüstzeug brauchen Industriekulturmanager/innen? Es werden Antworten zu diesen Fragen entwickelt und Überlegungen angestellt, inwieweit Industriekultur-Management entwickelt und als Potenz und Ressource für die Zukunft positioniert werden kann. Im Rahmen der Lehrveranstaltung sind Exkursionen in die Völklinger Hütte vorgesehen. 

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